Auf dem Potsdamer Platz nachts um halb eins…

Update 13.10.07: Das Plakat gibt es nicht mehr, ein Foto ist mir nicht mehr gelungen. Tut mir leid. Aber fürs Protokoll: Aufsteller war die Arwobau, die immer noch ähnliche, wenn auch nicht so verfängliche Plakate aufhängt.

Am Potsdamer Platz in Berlin steht ein Werbeplakat. Es ist sehr groß, gut ausgeleuchtet und weithin sichtbar, von zwei Seiten sogar. Aufgestellt hat es eine Wohnungsbaugesellschaft, die hier Wohnungen an den Mann bringen will. Eindeutig sogar an den Mann. Auf dem Plakat sieht man den Eingang zum DB Bahnhof Potsdamer Platz, neben dem die Werbefläche Aufstellung gefunden hat, und davor die Rückansicht einer jungen Frau. Die junge Frau trägt einen kurzen Jeansrock, ein ebenso kurzes Oberteil und Schuhe mit hohem Absatz und jener Art von Schnürung die auf eine steuerliche Absetzbarkeit des Kaufpreises jenes Schuhwerks als Werbemittel hinweist. In der Hand hält sie ein Schild mit der Aufschrift: „Nicht nur für eine Nacht“ und weiter unten finden sich die Kontaktdaten der werben den Firma. Scheinbar gibt es am Potsdamer Platz ein ernstzunehmendes Problem. Der hohe Leerstand der Immibolien dort ist bekannt. Die Deutsche Bahn will ja jetzt auch aus dem Sony-Tower ausziehen, der zur Zeit noch Bahn Tower heißt. Doch auch die Wohnungen dort sind nicht sehr beliebt. Jetzt wissen alle, warum; Plakat sei Dank. Statt in langfristige Mietverträge einzuwilligen, werden diese Behausungen immer nur nacht- oder stundenweise an Frequentierer der Oranienburger Straße und anderer Straßenstriche vergeben. Das ist gut und schön, sind es doch wunderbare Wohnungen, aber – hört her, ihr Leute! – es geht auch besser. Das ist es, was uns die junge Frau in den hohen Schuhen erzählen mag.Oder vielleicht erzählt sie uns auch nur einmal mehr, was eh schon jeder weiß: Daß Sex in der Werbung schon sehr gut gemacht sein muß, um nicht nur peinlich zu sein.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Blaues Auge

Eine Antwort zu “Auf dem Potsdamer Platz nachts um halb eins…

  1. Schön wäre natürlich noch ein Foto von der betreffenden Werbung gewesen, damit ich nicht extra zum Potsdamer Platz fahren muss, um herauszufinden, wovon hier genau die Rede ist.
    Ansonsten – weitermachen!
    :)

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