Jobs glücklich, Obermann nicht so

Steve Jobs, Garagenwunderkind, Gründer und CEO von Apple Inc., und ich, Autor dieser Zeilen und mithin dieses Blogs, haben dieser Tage ein paar Dinge gemeinsam. Wir beide waren am letzten Dienstag in London und sind kurz darauf nach Berlin geflogen. Herr Jobs war in beiden Städten zur Präsentation seines iPhones, ich zum Urlaub bzw. weil ich dort wohne. Damit hat Herr Jobs mir willkommenen Lesestoff für den Rückflug geliefert. Die Berliner Morgenpost vom Donnerstag zeigt ihn zusammen mit dem Telekom-Chef René Obermann bei der Präsentation ebenjenes langerwarteten Mobiltelefons. Noch eine Gemeinsamkeit zwischen dem Steve und mir ist, wie wir mit so einem Gerät umgehen. Er freut auf dem Foto ganz offensichtlich über das schicke Spielzeug, und weiß wohl was er da in der Hand hat. Ganz anders als Herr Obermann, mit dem ich wenige oder sogar gar keine Gemeinsamkeiten hege. Der schaut auf jenem Foto gar nicht glücklich und das iPhone in seiner Hand wirk deplaziert und so, als habe er keine Ahnung, wie er darauf eine Taste zu drücken habe (dabei hat das Ding nur eine).

Vielleicht liegt es daran, daß die Firma vom Herrn Jobs viel Geld daran verdient, daß die Telekom demnächst das iPhone verkauft. Da freut er sich, denn er verdient daran mit. An dieser Stelle hören unsere Gemeinsamkeiten leider auf. Herr Obermann muß dagegen viel Geld bezahlen, damit seine Firma das Telefon verkaufen darf. Wieviel weiß keiner, denn die Herren reden nicht gern über solche Dinge. Wenig wird es nicht sein; von zehn bis zwanzig Prozent Umsatzbeteiligung an Umsätzen von iPhone-Kunden ist gemeinhin die Rede. Dumm nur, daß die Exklusivität dieser Vereinbarung von der letzte Woche veröffentlichten Nachricht in Frage gestellt wird, daß der Simlock des iPhones in den USA geknackt wurde. Damit ist das Gerät nicht länger an Karten des Vertriebspartners AT&T gebunden, und man kann wohl annehmen, daß dieses oder ein ähnliches Verfahren auch für Deutschland funktionieren oder kurzfristig verfügbar sein wird. Kein Wunder, daß Herr Obermann nicht glücklich guckt, sind doch die entsprechenden Verhandlungen schon lange eingefädelt worden. Vielleicht haben er und ich doch etwas gemeinsam: Wir denken beide, daß das iPhone sich in Deutschland gut verkaufen wird, aber nicht unbedingt das Geschäft für T-Mobile wird, daß man sich dort erhofft hat.

Update: Wie das immer so ist, die Ereignisse haben diesen Eintrag deutlich überholt. Dennoch: Wer sich einen optischen Eindruck des geschriebenen machen will, kann das nun hier tun.

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