Die letzte Grenze

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wird eindeutig mit diesem Projekt überschritten: Star Trek (der elfte Kinofilm, aber Nummerierungen sind ja soooo 90er) wird uns die alten Recken in ihren jungen Jahren zeigen. Die Logik diktiert, daß diese Aufgabe nicht von den bekannten Schauspielern übernommen werden kann, so gut ist keine Digitaltechnik, aber die bekannten Charaktere von anderen Darstellern spielen zu lassen, das hat noch nie ein Mensch zuvor versucht. Es gab Prequels, Sequels, alternative Zeitlinien, aber immer war das Gesicht von Captain Kirk das von William Shatner und das von Mr. Spock gehörte immer Leonard Nimoy. Letzteres wird auch weiterhin der Fall sein, teilweise wenigstens, spielt doch Herr Nimoy als einziges Mitglied der alten Garde in diesem Film mit. Aber auch sein jüngeres Ich wird von einem neuen, wenn auch nicht unbekannten Gesicht gefüllt (Zachary Quinto, bekannt als Sylar aus „Heroes“). Viel neues, an das man sich gewöhnen muß also.

Wie neu, da kann der geneigte Fan leider nur raten. Der seit einer Woche verfügbare Anouncement-Teaser zeigt keine Filmbilder und ergeht sich statt dessen in einer atmosphärisch dichten Darstellung der im Bau befindlichen Enterprise (NCC-1701). Bis Weihnachten 2008 ist es noch lang hin, aber dieser Autor versucht es mal mit Spekulationen, denn Gerüchte gibt es ja genug und auch einige handfeste Hinweise von den Offiziellen.

Winona Ryder wird Spocks Mutter Amanda spielen (hurra!), Quinto spielt Spock und Nimoy spielt Spock. Ryder ist jedoch nur sechs Jahre älter als Quinto, was stark auf eine Geschichte über mehrere Zeitebenen hindeutet. Weitere Hinweise: Captain Christopher Pike, Kirks Vorgänger wird ebenfall im Film zu sehen sein; das im Trailer zusammengeschweißte Schiff ist also erstmal seins. Und wenn der alte Spock (Nimoy) auftritt, ist die NCC-1701 Enterprise nach offizieller Star Trek-Geschichtsschreibung bereits Staub über dem Genesisplaneten geworden.

Ein Wort zur Optik des Films: J.J. Abrams ließ verlauten, daß der Film nicht nach „Greenscreen fake aussehen solle“. Ein hehres Ziel und falls der Teaser als Maßstab herhalten kann, dann scheint mir das vielversprechend. Daß die Enterprise in jeder Inkarnation anders ausschaut, daran hat man sich als Trekkie mittlerweile wohl gewöhnt. Die bunten Dekore der 60er sind wohl ein für alle mal dahin. Aber falls diese Bilder, geschossen aus der Paparazzi-Perspektive, wirklich die neuen Starfleet-Uniformen darstellen, dann müssen wir uns auf radikale Brüche gefasst machen. Natürlich, Enterprise war schon nicht in eine Reihe zu bringen mit der ersten Serie, optisch gesprochen, aber man konnte sich Archers Overall doch immer als Vorgänger der Schlafanzuginspirierten „Jumpsuits“ vorstellen, die uns in allen späteren Serien vorgesetzt wurden. Die JFX-Bilder erinnern mich – wie auch auf der Seite kommentiert wird – eher an imperiales Star Wars oder maoistisches China.

Nur zur Klärung: Mir gefällt das dunkle Trek, das Enterprise und – in den besten Zeiten – auch Deep Space Nine gezeichnet haben. Wenn Star Trek XI in diese Richtung geht, so gehe ich mit. Aber eine Neu-Interpretation einer Legende birgt immer auch ein großes Risiko. In Batman Begins hat es geklappt, in Superman Returns ist das Scheitern in all seiner Breite zu besichtigen. Only time will tell.

(Photo by Simon Zirkunow, licensed under CC2.0)

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Blau ja, Realität nur bedingt, Schuss ins Blaue

4 Antworten zu “Die letzte Grenze

  1. Star Trek – The Dark Years

    Vorbemerkung:

    Ich bin kein Trekki und kenne auch dummerweise die neue Serie „Star Trek: Enterprise“ nicht, weshalb mir vermutlich ein paar wichtige Informationen fehlen, aber ich habe jetzt ein bisschen über diese letzte Reihe gelesen – und es passt in meine Idee.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann wird der neue Film zeitlich nach oder direkt im Anschluss an genau diese Serie spielen, also nach der Archer-Crew und vor bzw. bei der Entstehung von NCC 1701 und Kirk & Co. Ich weiß nicht genau, in welchem Zustand und in welcher Situation sich die Föderation zu diesem Zeitpunkt befindet, aber mir kam spontan eine Idee beim Anblick dieses Paparazzi-Fotos von der Uniform, die im Film (wenn es kein Fake ist) zum Einsatz kommen wird.
    Da dir als Mitglied der Starburst-Crew das ja auch schon mal passiert ist, dass Hollywood praktisch eure Idee nahezu deckungsgleich verfilmt hat, wollte ich dir diesen Geistesblitz nicht vorenthalten.

    Hintergrund:

    In der Wikipedia steht Folgendes:

    2161: Gründung der „Vereinigten Föderation der Planeten“ (United Federation of Planets) in San Francisco durch Menschen, Vulkanier, Andorianer und Tellariten. Ihre primäre Aufgabe besteht in erster Linie darin, das Unbekannte zu suchen und zu erforschen. Des Weiteren ist sie ständig bestrebt, ihre friedliche Expansionspolitik fortzusetzen und neue Mitglieder aufzunehmen.

    Was mich schon immer irritiert und teilweise auch gestört hat an der ganzen Star Trek-Geschichte, das ist die Tatsache, dass es sich bei der Föderation im Auftreten und auch de facto um eine militärisch orientierte Organisation handelt. Zumindest der betrachtete Ausschnitt ist streng militärisch: die Ränge, die strenge Befehlskette, die Crews, die Waffen. Die Problematik dieser Tatsache wird in den Kinofilmen nur zwei Mal explizit in den Vordergrund gerückt: Beim Genesisprojekt durch den Kirkschen Vater-Sohn-Konflikt, und beim „Unentdeckten Land“ als politische Achillesferse des ganzen Gefüges.
    Vor diesem Hintergrund kilngt der Begriff „friedliche Expansionspolitik“ aus der Perspektive der zu erforschenden Unbekannten im besten Fall ein wenig naiv.

    Im Jahre 2161 gründen also ganze vier Spezies (von vermutlich hunderten, die da noch kommen werden) eine Föderation, die einen riesigen Militärapparat unterhält, dessen Aufgabe es ist, Unbekannte zu suchen und sie davon zu überzeugen, der Föderation beizutreten (und sich damit auch ihren Regeln und ihrer Machtstruktur unterzuordnen). Den Vulkaniern könnte man eine solche Aufgabe vielleicht noch zutrauen, aber Menschen?

    Nun spiegelt die ganze Star Trek-Reihe ja auch immer zu einem großen Teil das kulturelle und politische Empfinden in den USA wider und gibt daher auch einen Einblick in bestimmte innere Widersprüche, mit denen da gerungen wird (im besten Fall). Oft steht dann am Ende einer Folge, Staffel oder eines Films so etwas wie ein Ergebnis einer moralischen Lektion (das ist dann der oft unerträgliche letzte Akt…;) nach dem Motto „gut, wir haben es verstanden, wir tun es nicht wieder, wir müssen aufpassen usw.)

    Betrachten wir nun (optimistisch) die Situation und die Selbstbefindlichkeit der USA im Moment und im letzten Jahr, dann lässt sich (zumindest im progressiven Lager) so etwas wie Desillusion und Erschrecken über das eigene Tun vor dem Hintergrund der selbst propagierten Werte entdecken: Die Geister, die ich rief…

    Die Idee:

    Wäre ich Produzent und/oder Autor, würde ich die Geschichte dieses Films in den politischen Wirrungen und Schwierigkeiten dieser Gründung und ihren inneren und äußeren Widersprüchen und Konflikten spielen lassen. Ich weiß nicht, ob die „oberste Direktive“ schon bei der Gründung der Föderation feststand oder erst später beschlossen wurde, aber das politische Ringen und der Beschluss dieses Grundgesetzes könnte ebenfalls einen Rahmen bilden. Auf jeden Fall sollte es um die wirklich schwierigen Fragen gehen – und hier könnte der alte Spock als Erzähler und Lehrer für die nachfolgende Generation auftreten, der sich an die Ereignisse von damals erinnert.

    Wenn der Film sich streng an die Chronologie von Star Trek hält, dann muss er hauptsächlich in Jahren 2264-65 spielen – nur 3 Jahre nach der Gründung der Föderation.

    Nehmen wir an, die Menschheit hat zwar die vereinigte Weltregierung und kooperiert im Rahmen der politischen Vorgaben im Föderationsrat, aber es gibt immer noch den ungebändigten Machtanspruch und die tiefe Skepsis vieler Menschen mit ihrer aggressiven, hochgerüsteten Zivilisation (begründbar mit den traumatischen Nachwirkungen des Anschlags der „Xindi“). Dementsprechend könnte es in der frisch gegründeten Föderation eine große reaktionäre, militärisch orientierte Fraktion geben, der hauptsächlich Menschen angehören und die immer wieder großen Einfluss auf die Entscheidungen nehmen. Noch können Sie das, weil der nicht-menschliche Teil des Rats die besonderen und gefährlichen Eigenheiten dieser Zivilisation noch nicht ganz erfasst hat.

    Im Rahmen der Föderationsbeschlüsse (neue Zivilisationen erforschen, neue Mitglieder werben) wird nun die Enterprise-Mission ins Leben gerufen, das erste große ehrgeizige Projekt der noch jungen Föderation. Bei der Auswahl der leitenden Offiziere legt sich die militärische Fraktion der Weltregierung mächtig ins Zeug und schafft es, hauptsächlich Menschen in die Führungsebene zu bekommen. Spock ist der einzige Nicht-Mensch, der von der Menschenregierung akzeptiert werden muss, weil die auf der wissenschaftlichen Seite einfach nichts zu melden haben. (Hier ergäbe sich auch eine Off-Story-Parallele zum tatsächlichen Streit um die Besetzung 1964).

    Möglich wäre auch ein Nebenplot mit der Funktion einer Unheilsverkündung, in dem nach und nach eigentlich gewählte andorianische und tellaritische Crew-Mitglieder aus ominösen Gründen ausfallen – was von der glücklichen Crew aber ohne weitere Hintergedanken hingenommen wird. Hier könnte höchstens McKoy mit seinen Sinnesantennen die eine oder andere Verschwörungsthese in den Raum werfen. (Er könnte sich auch beschweren, als Crew-Mitglied wider willen von seinem Freund Kirk verpflichtet worden zu sein – er hat schließlich wichtigere Probleme auf der Erde zu lösen und hält gar nichts von der Erforschung des Weltalls, solange man die Probleme im eigenen Haus nicht im Griff hat. :)

    Ich stelle mir also eine eher Orwellsche Szenerie vor, in der eine Gruppe junger, ehrgeiziger Militärangehöriger (und ein Arzt) von ihrer Regierung ausgewählt werden, auf eine besondere Mission zu gehen, in deren Verlauf sie feststellen werden, dass nicht die fremden Zivilisationen das Hauptproblem sind, sondern zunächst einmal ihre eigene. In diesen Zusammenhang würde dann auch die Uniform passen: Sie ist der ästhetische Ausdruck des militärisch-reaktionären Arms der Weltregierung, der womöglich während der ersten Enterprise-Mission die Macht in der Föderation an sich reißt – und dem die Enterprise dann in einer schwierigen Situation unterstellt ist, z. B. beim Entdecken einer neuen Zivilisation, die starke kulturelle Differenzen aufweist und bei der sich der Umgang schwierig gestaltet.

    Am Ende des Abenteuers könnte die Abwahl der braunen Fraktion und der Beschluss der obersten Direktive stehen.

    Ist nur eine Idee. Was hältst du davon?
    ;o)

  2. karzia

    was hat aladygma mit J.J. abrams zu tun und das befreiphone ????

  3. Dominik Fungipani

    @karzia: Alles! Oder nichts… Wer weiß das schon so genau? Links: Befreiphone.
    Aladygma unter anderem hier:

  4. Name (benötigt)

    Noch ein Nachtrag zum Thema Chronologie …

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