The Name of the Beast

David nennt mein iPhone mit der ihm eigenen Konsequenz „das Höllengerät“. Wie recht er damit hat, zeigte sich letztens beim Update auf iOS 4.3.5:

Titelbild von Steve-h/Flickr, licensed under CC 2.0

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All we hear is radio Gaga

"Glastonbury 2009 26th_0114" by AFlickion (flickr.com) CC2.0

Update, 17.8.2011: Neue YouTube-Videos gesucht, man kann sich die Beweise weiter unten also wieder ansehen.

Das Phänomen „Lady Gaga“ ist bisher an mir vorüber gegangen. Vielleicht weil ich sie in die Spalte der „Ausziehmädchen wie beispielsweise Britney Spears“ (zitiert nach Der Tagesspiegel vom 14.5.2010) gepackt habe und die Melodien immer ein wenig klingen wie Mr. Vain in den 1990ern. Dann las ich einen Artikel im Esquire.

Zwei Stunden und ein Dutzend YouTube-Videos später bin ich beeindruckt. Nicht dass die Melodien plötzlich weniger nach Culture Beat klingen, aber ähnlich wie Christina Aguilera kann auch Ihre Hoheit Lady Gaga tatsächlich singen; man merkt es nur nicht hinter all dem elektronischen Schnickschnack.

In Freddys Worten: We watch the shows we watch the stars / on videos for hours and hours / we hardly need to use our ears / how music changes through the years (Queen, Radio Gaga)

Beweise? Aber gerne doch:

„Poker Face“ von Lady Gaga, akustisch.

„Paparazzi“ von Lady Gaga, akustisch.

Titelbild von AFlickion

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I think my pig plays the flute

Ich bin Mitglied von XING seit es noch „Open BC“ hieß und weiß selbst nicht genau warum. Ich nutze es noch seltener als Facebook, bin aber im Unterschied zu StudiVZ dort immer noch angemeldet. Allgemein finde ich diese social networks bestenfalls ermüdend und im schlimmsten Fall abstoßend.

XING hat heute einen großen Schritt auf den schlimmen Fall zu gemacht. Das folgende Bild zeigt den Inhalt einer Werbe-Mail, die ich heute erhielt. Man überlegt wohl auch bei XING, was ich dort will und wie man mich dazu bekommt, aktiver (lies: zahlungswilliger) zu werden.

xing mail

Merke: ich muss dringend mein Profil bearbeiten. Oder ist das besonders perfide Werbung und jeder hat so jemanden in seiner persönlichen Abart dieser Werbung drin?

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Halbblutbuch, Vollblutfilm

cliffssEine Anmerkung vorweg: Ich poste diesen Eintrag während ich geschätzte 10km Luftlinie von den Cliffs of Moher entfernt sitze, die im Film kurz aber prägnant vorkommen. Mir erscheint das sehr passend…

Es ist Sommer und Harry Potter läuft im Kino. Irgendetwas stimmt nicht waren das nicht immer „Weihnachtsfilme“? Achja, Warner Bros. hatte sich entschieden, den eigentlich bereits fertigen Film zurückzuhalten und ein halbes Jahr später als üblich zu zeigen. Damit gerät „Harry Potter and the Half Blood Prince“ zwar in relativ direkte Konkurrenz zu anderen Blockbustern, doch ist diese Konkurrenz für HP6 wohl eher förderlich. „Terminator: Salvation“ ist vor allem Materialschlacht mit wenigen interessanten Charakteren in einer verqueren Story, „Transformers: Revenge of the Fallen“ ist nur Materialschlacht bei der wohlgeformte, in Zeitlupe gefilmte Körper das Fehlen jedes Ansatzes von Plot oder Charakterentwicklung kompensieren müssen. Einzig „Star Trek“ bietet spannende Charaktere in einer halbwegs sinnigen Story (leider wirklich nur halbwegs, ich bin weiterhin der Ansicht, dass hier vielmehr möglich gewesen wäre), eingebettet in eine Materialschlacht. Wo steht da der sechste Harry Potter-Film?

Um es kurz zu machen: Er steht gut da, aber auch abseits. Es gibt keine Materialschlacht, keine Zeitlupen und – merkwürdig genug – nicht einmal einen richtigen Antagonisten. Trotzdem macht der Film Spaß und das Schauspiel des endlich erwachsen gewordenen Triptychons Radcliffe/Watson/Grint Freude, speziell das von Emma Watson (Hermione). Die Probleme der Figuren sind nun auch für ein twenty-something Publikum ohne Fremdschämen zu betrachten, ja man leidet sogar mit wenn Ron von seiner wildgewordenen Verehrerin belagert wird und Hermione weinend den Raum verlassen muss.

Aprospos Probleme: He-who-must-not-be-named ist abwesend ohne zu fehlen. Ähnlich wie das erste Alien sieht man Voldemort nur für den Bruchteil einer Sekunde, dafür aber umso wirkungsvoller. Den Rest der Zeit müssen wir – nein, dürfen wir – mit seinem jüngeren Alter Ego Tom Riddle Vorlieb nehmen, der als streng gescheitelter Bursche eine unheilige Mischung aus Carrie und dem Jungen der tote Menschen sah abgibt. Dieser Voldemort-in-the-making interagiert naturgemäß nicht mit Harry direkt, aber dass seine Handlungen in der Vergangenheit solche Auswirkungen haben ist schon eine dramaturgische Finesse. Eine, die übrigens deutlich besser im Film wirkt, der sich im Gegenteil zum Buch auf zwei Erinnerungs-Rückblenden beschränkt um uns Tom Riddle zu zeigen und diesen dadurch ein Gewicht verleiht, die sie als Aneinanderreihung belanglos erscheinender Szenen im Buch nicht erreichen konnten.

Allerdings ist nicht alles eitel Sonnenschein an dieser Verfilmung: Der visuelle Stil des Films, und sei er auch noch so schön anzusehen, ergeht sich zu stark in Klischees. Die Bösen Jungs (Malfoy und Riddle) tragen natürlich schwarz und haben entweder sehr blonde oder sehr schwarze Haare, deren Scheitel mit dem Rasiermesser gezogen scheint. Der Film setzt monochromatische aber ständig wechselnde Farbpaletten ein und scheint auch mit seiner geringen Tiefenschärfe in den dramatischeren (lies: effektlastigen) Szenen eigentlich eher von einem gewissen Neuseeländer mit Hobbit-Füßen zu stammen. Und spätestens in der Höhle des dritten Horcrux sieht HP6 wirklich aus wie Der Herr der Ringe, Gollum inklusive.

Trotzdem macht David Yates im Regisseursstuhl hier einen wirklich guten Job. Der sechste Teil hat sich deutlich von den Kinderfilmen emanzipiert, die Teil eins und zwei noch waren. Das zeigt auch der sehr selbstständige und beeindruckende Score von Nicholas Hooper, der die nötigen Anleihen bei John Williams auf ein Minimum reduziert. Als Buch ist der sechste Harry Potter ein unausgegorenes Konstrukt, das vom starken fünften Teil zum leider ebenfalls recht enttäuschenden siebten überleiten musste und daran scheiterte. Auf der Leinwand ist daraus ein wohl strukturierter, spannender Film geworden, der zwar sicher nicht in die ewige Bestenliste eingehen wird, bei dem aber nur noch der unpassende Titel an die Bruchstückhaftigkeit der Vorlage erinnert.

Fußnote: Eine Szene hat mich gleich zweifach geärgert, SPOILERS AHAED. Harry lernt aus dem Buch des Half-Blood Prince nicht nur wirklich gute Rezepte für magische Tränke sondern auch einen neuen Zauberspruch. „Sectumsempra, for enemies“ steht da auf einer Seite. Schon immer hat mich der Pottersche Umgang mit Magie als inkonsistent geärgert, aber seit wann reicht es, einen Spruch nur zu lesen, ohne Erklärung der Wirkungsweise, um ihn derart durchschlagend wie Harry benutzen zu können? Und nachdem er ihn dann benutzt hat, sitz er reuevoll im Gemeinschaftsraum der Gryffindors und man entschließt sich, das Buch müsse versteckt werden, auf dass Harry davon nicht mehr versucht werden kann. Welche Art von verantwortungsvollem Umgang ist das denn? Einfach nur wegwerfen kann doch keine Lösung sein, zumal Harry den Spruch kurz darauf erneut anwendet. Das Buch ist ja nicht per se gefährlich, vielmehr sollte Harry sich lieber vorher überlegen, welche Dinge er daraus übernimmt. Auch ohne dieses Buch könnte der nächste böse Spruch ja alsbald in seine Hände fallen, spricht er ihn dann auch wieder im Affekt? Welche Art von Aussage wird hier eigentlich gemacht?

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I don’t need drums. I am drums.

Filmtipp: „Adventures of Power“ im Babylon, Berlin Mitte.

Adventures of Power

Wer in Berlin wohnt und dieses Wochenende neben Brüno einen vielleicht noch verrückteren, weil irgendwie realeren Typen sehen will, dem empfehle ich, am Samstag „Adventures of Power“ im Babylon Mitte zu schauen. Es handelt sich um die Deutschland-Premiere und wie es sich für Premieren gehört, wird der Regisseur anwesend sein.

Die Komödie erzählt vom Verlierertypen „Power“, der in irgendeinem Kaff im mittleren Westen der USA sein archetypisches Looserleben führt. Eines Tages sagt man ihm, er solle seiner Bestimmung nach New York folgen (okay, Jersey, aber „that’s the same“). Also wird der Finger am Straßenrand rausgehalten und der Weg nach Osten angetreten. In Newark angekommen, wartet dort schon ein Haufen weiterer social outcasts auf ihn.

Ein klassischer Road-Trip/Selbstfindungsfilm also? Yeah baby, but with a twist: Power ist Air Drummer. Air WHAT? Air Dummer. Wie andere Leute (und die sind schon nicht ganz das was man „bodenständig“ nennen würde) Luftgitarre spielen, so spielt er LuftSCHLAGZEUG. Und um ihn so richtig an den Rand zu stellen, tut er das auch noch in den schlimmsten 80er-Jahre-Klamotten seit Dirty Dancing. Doch es ist an diesem unwahrscheinlichsten aller Typen, zum Ende die Ehre der Luftschlagzeuger vor der Welt wiederherzustellen…

Was schon jetzt als Spiel mit den Konventionen klingt, wird durch das Cast noch unterstrichen: Es treten ein ganzes Bündel mehr oder weniger bekannter US-Komiker an, unter anderem Adrian Grenier (Entourage), Michael McKean (Spinal Tap), Jane Lynch (40-Year-Old-Virgin). Die Hauptrolle jedoch wird vom Regisseur selbst gespielt und der ist eben AirDrummer mit Leib und Seele. So sehr, dass er schon auf AirGuitar-Festivals disqualifiziert worden ist, weil er eben das falsche Instrument spielte.

Wer sehen will, ob ihm das in Berlin auch passiert, der kann außerdem am Freitag ins Lido gehen. Dort findet ab 20 Uhr der 6. Deutsche Luftgitarren Wettbewerb statt und Power/Ari Gold wird auftreten. Die Vorstellung des Films ist am Samstag, 11.Juli 2009, um 20 Uhr im Babylon Mitte, Rosa-Luxemburg-Straße 30. Auszeichnungen beim Sundance Film Festival und einer langen Reihe anderer Festivals sprechen – äh, trommeln für sich, ebenso wie der Trailer:

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Das wird sicher ein… Spaß!

spock

Ich habe am Freitag Star Trek gesehen und ich bin erfreut aus dem Kino gekommen, was mehr ist als man über viele andere Filme sagen kann. Er hat mir also gefallen und es ist sicher einer der besten Science-Fiction-Filme der letzten Jahre. Da es aber gleichzeitig auch Star Trek ist, kann damit nicht alles gesagt sein… Hier also mein Diskussionsbeitrag zum Thema.

Das Rebooting ehemals erfolgreicher Filmfranchises, also das Neuaufsetzen einer bekannten Geschichte unter Missachtung des zuvor erzählten, steht ja dieser Tage hoch im Kurs. Batman beginnt erneut, wobei der Fledermausmann selber unerträglich langweilig wird, seine Kontrahenten jedoch atemberaubend aufregend. Auch Superman kehrt in neuem Cape zurück, jedoch nur für einen Versuch, zu unserem und Kevin Spaceys Glück. Die Produzenten von James Bond setzen im Casino Royal alles auf eine Karte und pokern richtig: Der Film wird ein Erfolg, auch wenn Bond nun nicht mehr Bond ist und man außerdem die Frage zulassen muss, ob nicht jeder einzelne Bond immer ein Reboot in sich war und nur das Quentchen Trost keinen wirklich neuen Film hinbekommt.
Alles dieses plagt den elften Star Trek-Film nicht. Die Figuren sind nicht langweiliger geworden, eher interessanter (zumindest einige), man wünscht sich eine Fortsetzung und es fühlt sich erstmal aller sehr stark der Ursprungsidee verbunden an. An Wortwitz und knackigen Sprüchen kann es Star Trek XI jederzeit mit den anerkannten Highlights IV („dermitdenWalen“) und VI (der beste Trek-Film überhaupt) aufnehmen. Die Effekte knallten nie schöner – endlich bekommt man auch bei Star Trek eine Ahnung davon, dass der Weltraum ein dreidimensionales Gebilde ist. Und das Sounddesign geht mutig dorthin, wo nie ein Trekkie zuvor gewesen ist.
Zu den erwähnten Reboots jedoch gibt es einen ganz fundamentalen Unterschied: Die Größe des etablierten Universums. Zählt man nur die auf Leinwand oder Fernsehschirm verstreichende Erzählzeit, so kommt Superman auf vier abendfüllende Spielfilme mit insgesamt etwa 480 Minuten, Batman in vier Inkarnationen auf 499 Minuten (plus diverse Vorgänger, denen gegenüber aber schon Batman von 1989 ein Reboot war, als noch niemand diesen Begriff kannte). James Bond hat in 22 Filmen etwa doppelt soviele Stunden Arbeitszeit angehäuft. Star Trek nun brachte es mit zehn Filmen und 704 Episoden in fünf Serien auf rund 550 Stunden, also 33000 Minuten Plot. Das ist viel Geschichte, die da eliminiert wird.
Die Macher von Star Trek (XI) haben zu Protokoll gegeben, dass sie keinen Reboot gemacht haben. Das muss man angesichts der drückenden Gegenbeweise jedoch als marketingtechnische Augenwischerei der Fans betrachten: Titel und -helden kehren zum Ausgang der Serie zurück, die Geschichte sogar zu einem Punkt vor diesem. Allein die Musik macht schon klar, dass Picard und die anderen Nachfolger in diesem neuen Universum so schnell keinen Platz mehr haben werden: Immer wenn der – wirklich überaus gute – Score von Michael Giacchino einen Höhepunkt markieren will, zitiert er das alte Thema von Alexander Courage, niemals jedoch dessen Neuinterpretation durch Jerry Goldsmith, die seit Star Trek – Der Film stilgebend war. Das alles wäre ja kein Grund zum Klagen, machen die neuen Schauspieler doch ihre Sache gut: Zachary Quinto ist der zweitbeste Spock den man sich vorstellen kann und die Wiedergänger von Scotty, Pille, Sulu und – mit Einschränkungen – auch Chekov gefallen auf ganzer Linie.
An dieser Stelle muss ich zwischen schieben, dass für die weiter gehende Diskussion die Kenntnis des Films unumgänglich ist. Das heißt: HEAVY SPOILERS AHEAD! Wer den Film noch nicht gesehen hat, hört spätestens JETZT auf zu lesen. Alle anderen klicken hier:

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Fundstück der Woche

Es gibt Möglichkeiten, die Wahrheit auf eine Weise zu vermitteln, dass man gar nicht widersprechen kann und nur zustimmend nicken kann. Gute Comiczeichner können das wohl öfter als andere. Dieser Blog entsteht in Berlin und da spielt das Wetter dieser Tage verrückt, obwohl es ist März und nicht April ist. Der Flix hat das in einen Cartoon verpackt:

Das Wetter wie der Flix es sieht

Das Wetter wie der Flix es sieht

Übrigens lohnt sich der Blick in Flix‘ Heldentage auch zu anderen Themen.

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